HomeBlog › Leadgenerierung
Leadgenerierung

Kaltakquise auslagern: wann sich eine Agentur lohnt

Kurz & knapp

Kaltakquise auslagern lohnt sich, wenn der eigene Vertrieb keine Zeit für systematische Erstansprache hat und der Auftragswert über etwa 5.000 Euro liegt. Eine Agentur kostet im DACH-Raum 2.500 bis 7.000 Euro pro Monat und liefert erste Termine in rund zwei Wochen. Ein eigener SDR kostet im ersten Jahr 85.000 bis 120.000 Euro.

Der Vertrieb ist mit Bestandskunden und laufenden Abschlüssen ausgelastet, die Pipeline wird dünner, und irgendwann steht die Frage im Raum: Bauen wir ein eigenes Akquise-Team auf oder geben wir die Kaltakquise an eine Agentur? Das ist keine Geschmacksfrage, sondern eine Rechenaufgabe. Wer beide Seiten sauber durchrechnet, trifft die Entscheidung in einer Stunde. Die Zahlen dafür stehen in diesem Beitrag.

Die Vollkostenrechnung: was ein eigener SDR wirklich kostet

Das Gehalt ist nur der sichtbare Teil. Eine Vertriebsagentur aus dem Raum Frankfurt hat die Vollkosten eines eigenen SDR (Sales Development Representative) in einer Marktübersicht vom Februar 2026 zusammengetragen, aktualisiert im Juni 2026: 60.000 bis 80.000 Euro Personalkosten inklusive Arbeitgeberanteil, 5.000 bis 15.000 Euro Recruiting (ein Headhunter nimmt 15 bis 25 Prozent des Jahresgehalts), dazu Werkzeuge wie CRM, Telefonanlage und B2B-Datenanbieter für 500 bis 1.500 Euro pro Monat. In Summe: 85.000 bis 120.000 Euro im ersten Jahr, für eine einzige Stelle.

Dazu kommen Posten, die keine Rechnung ausweist. Die Suche nach einem guten SDR dauert laut derselben Übersicht drei bis sechs Monate, die Einarbeitung weitere zwei bis drei Monate bei vollem Gehalt und geringer Produktivität. Die Führung kostet fünf bis zehn Stunden pro Woche. Und nach den Praxisdaten der Agentur bleiben SDRs im Schnitt nur 14 Monate, dann beginnt der Zyklus von vorn. Der teuerste Posten steht trotzdem nirgends: Jeder Monat, in dem niemand telefoniert, ist ein Monat ohne neue Pipeline.

Was eine Kaltakquise-Agentur kostet

Am Markt haben sich vier Abrechnungsmodelle durchgesetzt. Die Spannen stammen aus zwei aktuellen deutschen Marktübersichten (einer Vertriebsagentur aus dem Raum Frankfurt und dem Branchenvergleich von telefonakquise-agentur.de), die unabhängig voneinander auf sehr ähnliche Werte kommen:

ModellTypische KostenGeeignet, wenn
Monatspauschale (Retainer)2.500 bis 7.000 Euro pro MonatSie dauerhaft eine gefüllte Pipeline brauchen
Pro qualifiziertem Termin250 bis 700 Euro je TerminSie ohne Fixkosten testen wollen
Stundensatz60 bis 140 Euro pro StundeSie eine klar umrissene Anrufkampagne haben
Projekt oder Hybridab 5.000 Euro je Projekt, oder Grundgebühr plus Bonus je TerminSie einen Markt testen oder das Risiko teilen wollen

Häufig kommt eine einmalige Einrichtung von 2.000 bis 6.000 Euro dazu, für Zielgruppenanalyse, Datenrecherche und Gesprächsleitfaden. Aufs Jahr gerechnet landen Sie je nach Modell bei 30.000 bis 84.000 Euro, mit ersten Terminen nach rund zwei Wochen statt nach Monaten. Was ein sauber qualifizierter Termin ist und wie eine Kampagne aufgesetzt wird, zeigen wir auf unserer Seite zur Leadgenerierung.

Wann sich das Auslagern rechnet

Drei Kriterien entscheiden. Erstens der Auftragswert: Ab etwa 5.000 Euro je Abschluss rechnet sich eine Agentur in der Regel schon nach zwei bis drei gewonnenen Neukunden. Die Rechnung gehört sichtbar auf den Tisch: Kostet ein qualifizierter Termin 400 Euro und wird jeder fünfte Termin zum Auftrag, zahlen Sie rund 2.000 Euro Akquisekosten je Neukunde. Bei 10.000 Euro Auftragswert eine klare Sache, bei 1.500 Euro nicht.

Zweitens die Zeit: Ein Vertrieb, der heute keine 20 Wählversuche pro Woche schafft, schafft sie auch nächsten Monat nicht. Drittens der Anlass: Einen neuen Markt oder ein neues Produkt testen Sie mit einer befristeten Kampagne, ohne feste Strukturen aufzubauen. Trifft keiner der drei Punkte zu, gibt es keinen Grund zur Eile.

Wann das eigene Team die bessere Wahl ist

Auslagern ist kein Automatismus. Bei stark erklärungsbedürftigen Produkten mit langen Verkaufszyklen schlägt Produktwissen jede Gesprächstechnik; hier zahlt sich der eigene Aufbau langfristig aus. Dasselbe gilt für kleine, eng definierte Zielmärkte mit wenigen hundert relevanten Firmen: Dort zählt jeder einzelne Kontakt, und verbranntes Terrain verzeiht so ein Markt nicht. Wer freie Vertriebskapazität im Haus hat oder Akquise-Wissen strategisch aufbauen will, fährt intern ebenfalls besser. Verbreitet ist auch der Mittelweg: Die Agentur öffnet die Tür, Ihr Team führt das Erstgespräch und schließt ab.

Der Übergang: auslagern ohne Kontrollverlust

Fällt die Entscheidung für eine Agentur, entscheidet die Übergabe über den Erfolg. Fünf Punkte gehören vor dem Start schriftlich geregelt:

  • Termindefinition: Welche Rolle, welcher Bedarf, welcher Rahmen gilt als qualifiziert? Ohne diese Definition kaufen Sie Anrufe, keine Termine.
  • Pilotphase: vier bis acht Wochen mit klaren Zielwerten. Mindestlaufzeiten über zwölf Monate sind ein Warnsignal.
  • Datenzugang: CRM-Einblick und Gesprächsnotizen ab Tag eins, damit Einwände und Marktfeedback bei Ihnen landen.
  • Übergabepunkt: Die Agentur arbeitet bis zum bestätigten Termin, ab dem Erstgespräch übernimmt Ihr Team.
  • Reporting: wöchentlich Kontakte, erreichte Entscheider, Termine und Absagegründe.
Ausgelagert ist nicht abgegeben: Zielgruppe, Termindefinition und Marktfeedback bleiben Chefsache. Nur das Telefonieren wandert nach draußen.

So behalten Sie die Steuerung, während die Agentur das Volumen liefert. Und wenn die Zahlen nach acht Wochen nicht stimmen, haben Sie eine saubere Ausstiegstür statt eines Jahresvertrags.

Sie überlegen, ob sich Auslagern für Ihren Vertrieb rechnet? Fordern Sie das kostenlose Audit an: Wir stellen Ihre Vollkosten einem Agenturmodell gegenüber und sagen ehrlich, wenn die interne Lösung die bessere ist.

Kostenloses Audit anfragen

Häufig gestellte Fragen

Was kostet Kaltakquise-Outsourcing pro Termin?
Im DACH-Raum liegen die Preise je qualifiziertem Termin meist bei 250 bis 700 Euro; eine zweite Marktübersicht nennt 200 bis 500 Euro. Der Preis hängt von Branche, Seniorität der Zielperson und Qualifizierungstiefe ab. Monatspauschalen liegen bei 2.500 bis 7.000 Euro.
Ist eine Agentur günstiger als ein eigener Vertriebsmitarbeiter?
Im ersten Jahr fast immer: Ein eigener SDR kostet mit Recruiting, Werkzeugen und Einarbeitung 85.000 bis 120.000 Euro, eine Agentur je nach Modell 30.000 bis 84.000 Euro pro Jahr und liefert nach rund zwei Wochen erste Termine. Ab dem zweiten Jahr verschiebt sich die Rechnung, wenn der eigene Mitarbeiter eingearbeitet ist und bleibt.
Wer haftet, wenn eine Agentur für uns telefoniert?
Die Agentur wirbt in Ihrem Namen, Verstöße gegen die Regeln des UWG fallen daher auf den Auftraggeber zurück. Seriöse Anbieter arbeiten im B2B nur mit mutmaßlicher Einwilligung, dokumentieren jeden Kontakt und bestätigen Ihnen das Vorgehen schriftlich. Genau diese Bestätigung sollten Sie verlangen.
Bleibt das Wissen aus den Gesprächen bei uns?
Nur wenn Sie es vertraglich regeln: Zugang zum CRM, Gesprächsnotizen, eine gepflegte Einwandliste und Datenexport bei Vertragsende. Dieses Marktfeedback ist neben den Terminen der wertvollste Teil der Zusammenarbeit, fragen Sie im Erstgespräch konkret danach.
Können wir die Kaltakquise teilweise auslagern?
Ja, das Hybridmodell ist verbreitet: Die Agentur übernimmt Recherche, Erstansprache und Terminierung, Ihr Team führt die Termine und schließt ab. So bleibt Produktkompetenz im Abschluss, während die Agentur ihre Stärke im Volumen ausspielt.
Was passiert bei einer Kündigung mit unseren Daten?
Regeln Sie vor Vertragsstart, dass Adresslisten, Gesprächshistorie und vereinbarte Termine Ihnen gehören und beim Ausstieg exportiert werden. Anbieter ohne Mindestlaufzeit und mit sauberer Datenübergabe zeigen damit, dass sie über Ergebnisse binden wollen, nicht über Verträge.

Bereit für AI, die wirklich liefert?

Fordere ein kostenloses Audit an und wir zeigen dir den schnellsten Weg zu Pipeline und Umsatz.

Kostenloses Audit anfragen
Kostenloses Audit